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MUSIK RETTET Sommercamp’17 Juni // ENDBERICHT

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MUSIK RETTET Sommercamp’17 Juni // ENDBERICHT

Zum zweiten mal fand nun das MUSIK RETTET Sommercamp statt.

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Vom 6. Juni bis zum 21. Juni 2017 kamen 19 Kinder und Jugendliche aus den ukrainischen Kriegsgebieten nach Deutschland. 15 Kinder aus der Frontstadt Awdijiwka, 2 aus Kostjantyniwka und 2 aus Kramatorsk, einige der Kinder sind Halb- oder Vollwaisen.

Im „Waldhaus Großer Ravensberg“ konnten die Kinder eine Auszeit vom Krieg nehmen.

 

Die Rreise begann am 30. Mai, zuerst nach Kyiw, wo die Ausreisedokumente ausgestellt wurden. Dort blieben die Kinder vier Tage und nahmen an Stadtführungen, Museums- und Konzertbesuchen und Workshops teil.  Die meisten Kinder sind zum ersten mal in der Hauptstadt gewesen und waren überwältigt von den schönen Eindrücken. Danach ging die Reise weiter nach Lwiw, wo die Kinder zwei Tage verbrachten, bevor sie am 6. Juni in Deutschland ankamen.

 

Gleich bei der Ankunft im Waldhaus machten die Kinder Bekanntschaft mit zahlreichen Tieren wie einem Pfau, einem Waschbären, Frettchen und Kaninchen. Im Camp waren sie in kleinen Bungalows untergebracht. Nachdem die Zimmer zugeteilt wurden, wurde das gesamte Lager erkundet. Vor allem den Hund, einen Dackel namens Sandro, haben die Kinder ins Herz geschlossen.

 

Am nächsten Morgen ging es für sie zu einem Musik-Workshop im Jugendclub „Breitband e.V.“. Zusammen mit der Musiklehrerin Anna Giletska lernten die Kinder neue Lieder auf ukrainisch, russisch und deutsch. Zurück im Camp war Basteln angesagt. Gemeinsam mit der Künstlerin Olga Michael stellten die Kinder Collagen zusammen. Einige von ihnen bastelten Schilder mit Aufschriften wie „Klopf an“ oder „Nicht rennen!“,  die sie im Camp und in den Bungalows anbrachten. Zusammen mit dem Fotograf Ilya Mantel sammelten die Kinder Ideen für ein Magazin über das Sommercamp.

 

Auch am Donnerstag hieß es wieder: Musik-Workshop im Jugendclub. Diesmal war es der Kinderclub „Otto Nagel“. Dort lernten die Kinder, wie sie ihre Stimme besser zur Geltung bringen können. Die Lehrerin zeigte,  wie man mit Hilfe bestimmter Atemtechniken auch hohe Töne singen kann. Nach einer kurzen Pause, in der die Kinder Tischfußball, Tischtennis oder Billard spielten, ging es weiter mit einem Tanz. Hier nahm man sich an den Händen, sang und lief quer durch den Raum – deshalb auch der „schräge Tanz“. Nach einem ausgiebigen Mittagessen gab es Yoga-Übungen. Der Trainer Evgeny erzählte den Kindern von der Disziplin, bei der der Mensch im Einklang mit seiner Umgebung steht. Bei den Übungen wurde schnell klar, dass Yoga eine enorme Kontrolle über den eigenen Körper erfordert. Schon das Stillsitzen kann manchmal schwerfallen. Zusammen mit Olga Michael haben die Kinder dann Ideen für einen Zeichentrickfilm gesammelt. Sie erfanden eine Geschichte mit verschiedenen Figuren und Schauplätzen und zeichneten diese.

 

Beim Musik-Workshop mit dem Education-Projekt des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin am Freitag hörten die Kinder zunächst ein kleines Konzert an, vorgetragen von 2 Geigenkollegen aus dem RSB. Nach einigen Übungen zum Thema „Body Percussion“ spielten die Kinder  „Ich packe meinen Koffer“ – jedoch mit Instrumenten, durften auch selbst dirigieren. Abends gab es dann ein Lagerfeuer mit Gitarrenmusik und verschiedenen Spielen.

 

Der Samstag fing künstlerisch an. Die Kinder malten das, was sie mit der Ukraine assoziierten. Um 14:00 Uhr wurde mithilfe von Schleifen ein großes Herz auf einer Wiese ausgelegt. Dann bekamen die Kinder Luftballons, die sie, aufgestellt in der Form eines Herzens, in den Himmel fliegen ließen. Das ganze wurde mithilfe einer Drohne auf Video festgehalten. Es gab Gäste, Fotos, die Kinder zeigten ihre Bilder und Zeichnungen. Das Projekt „Male ein Herz für die Ukraine“ gestaltete einen Tag, der unvergesslich, rein, leuchtend, herzensgut und voller Liebe zueinander war.

 

Der nächste Morgen war sportlich! Zusammen mit dem Künstler Meyer waren die Kinder joggen und machten Morgengymnastik. Bei einer Theater Therapie Sitzung erzählte jeder von seinen geheimen lustigen Angewohnheiten, seinen Lieblingsgeräuschen und einem Gegenstand, der einem viel bedeutet. Die Kinder legten ihre Gegenstände auf einen Tisch, von dem dann ein Foto gemacht wurde. Denn diese Gegenstände reflektieren uns, sie stehen für das, was wir sind und was uns wichtig ist. Später gab es dann einen Ausflug zum benachbarten Camp, dem Falkenhof. Dort gab es eine Falkenshow, bei der jedes Kind einen Falken oder eine Eule halten konnte. Diese Tiere aus nächster Nähe zu sehen war ein unvergessliches Erlebnis.

 

Am Montag ging es morgens zum Musik-Workshop. Die zuvor einstudierten Lieder wurden geprobt und neue Strophen wurden gelernt. Abends wurde herumgealbert, bis dann um 22:00 Bettruhe war.

 

Der Dienstag war ein Tag voller neuer Eindrücke. Morgens fuhren alle zu einer Orchesterprobe des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin. Daraufhin besuchten die Kinder verschiedenste Sehenswürdigkeiten. Auf dem Fernsehturm genossen sie die Aussicht über Berlin – und das in 203 Metern Höhe! Danach wurden Souvenirs gekauft und zum Schluss gab es ein Abendessen im Restaurant des Yoga-Trainers Evgeny. Was für ein Tag! Die Kinder haben sich in Berlin verliebt!

 

Am nächsten Morgen ging es dann wieder zum Musik-Workshop. Zusammen mit Anna Giletska wurden die Lieder weiter einstudiert und viel Neues gelernt. Mittags kam eine Kita-Gruppe aus dem Kinderladen „Was sonst e.V.“ im Waldhaus Ravensberg an. Die Kinder freundeten sich sehr schnell an. Drei Tage lang (denn dannach musste die Kitagruppe abreisen) spielten sie miteinander und brachten sich gegenseitig Wörter und Sätze auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch bei. Die Sprachbarriere war damit schnell überwunden. Die Kita-Erzieherinnen haben sogar ihre Ausflüge gestrichen, damit die Kinder mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Auch heute gab es Yoga-Übungen. Im Potsdamer Wald, beim Zwitschern der Vögel ist es einfach, in den eigenen Gedanken zu versinken und eins mit der Natur zu werden… doch diese Ruhe hielt nur kurz an, denn heute hatte unsere Mascha Geburtstag. Das musste natürlich gefeiert werden! Mit Torten, Musik, Säften, Süßigkeiten und Wunderkerzen ging es in den Abend.

 

Am Donnerstag bekamen die Kinder vom Waldhaus Ravensberg grüne bedruckte T-Shirts. Nach einer Yoga Einheit ging es dann in den Filmpark Babelsberg. Von der Mittelalterstadt bis zur Westernstraße, über die Straße der Giganten bis zum Dschungelspielplatz und dann zum Taj Mahal – ein wahres Abenteuer! Auch eine Bootsfahrt durch Janoschs Traumland war auf dem Programm. Mit bunten Slushies ließen wir den Tag dann ausklingen.

 

Am Freitag wurde es wieder künstlerisch. Es wurden Selbstporträts gezeichnet, die später unser Camp verzierten. Danach spielten die Kinder „Wo ist mein Lunch?“. Dabei hat ein Spieler einen Gegenstand vor sich. Er dreht sich um und ruft „Wo ist mein Lunch“, während die anderen sich ihm nähern. Erneut dreht er sich um, wenn er einen Spieler in Bewegung sieht,  schickt er ihn zurück. Ziel ist es, den Gegenstand heimlich und in Teamarbeit an sich zu reißen. Später gab es die Generalprobe für das Konzert. Die zuvor einstudierten Lieder wurden gesungen und die kleinen Pianisten spielten noch einmal die Stücke von Beethoven und Mozart.

Zurück im Camp gab es Seifenblasen, leuchtende Armbänder und… Crêpes! Ob mit Nutella, Bananen, Marmelade oder lieber herzhaft mit Schinken.  Die neugierigen Köche lernten mit einer Crêpepfanne umzugehen, und das mit Erfolg! Abends schauten die Kinder dann den Klassiker „Charlie Chaplin – Der Vagabund und das Kind“.

 

Der nächste Tag war besonders erlebnisreich. Die Kinder traten in Potsdam beim Kinderclub „Otto Nagel“ auf einer professionellen Bühne auf. Lieder wie „Ein Lächeln“ und „Schildkröte“ sorgten für eine wunderbare Atmosphäre. Auch die Solosänger und Pianisten begeisterten das Publikum mit ihrem Auftritt. Die Kinder führten den „Schrägen Tanz“ auf – nun tanzten auch die Zuschauer mit! Gleich nach dem Konzert ging es in die Biosphäre Potsdam. Wasserfälle, Schmetterlinge, exotische Vögel und sogar ein U-Boot – dort fühlte sich jeder wie im Paradies! In einem 4-D Kino ging es dann in luftige Höhen quer über die Tropen. Abends gab es dann ein Fotoshooting und eine Disco im Camp. Vor der Kamera konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

 

Am Sonntag gab es eine Exkursion durch Potsdam. Auf einem zweistöckigen Bus erkundeten die Kinder die Stadt, bevor sie dann, nach dem Mittagessen bei McDonalds, auf einem Schiff die Havel entlang fuhren. Die wunderschönen Ufer und das Schloss Sanssouci hinterließen bei den Kindern einen bleibenden Eindruck.

 

Der nächste Tag wurde wieder künstlerisch. Zusammen mit Alan arbeiteten die Kinder an ihren Gemälden. Der Zeichentrickfilm wurde zusammen mit Musikern des RSB synchronisiert. Dabei musste man kreativ sein, denn es mussten zahlreiche Tier- sowie Umgebungsgeräusche vertont werden.

Der Ozean wurde zum Beispiel mit einer Plastiktüte nachgeahmt, während die Kinder zahlreichen Menschen und Tieren eine Stimme verliehen. Musikinstrumente wurden aus Recycling-Materialien erfunden und benutzt.

Zum Mittag gab es Borschtsch, eine traditionelle ukrainische Suppe. Abends bastelten die Kinder Einladungen für die Disco am Dienstag. Vom DJ bis zum Barkeeper – alles wurde bis ins kleinste Detail geplant.

 

Am Dienstag wurden dann schon die Koffer gepackt. Nach der Probe für das Konzert gab es Crêpes, vorbereitet von unserer Sonia. Daraufhin ging es in den Wald- auf Schatzsuche! Die Kinder suchten nach Puzzleteilen und beantworteten verschiedene Fragen – welche Tiere sind nachtaktiv? Wie nennt man ein junges Wildschwein? Welcher Vogel ist das? Waren diese Fragen beantwortet und das Puzzle gelöst, offenbarte sich die Karte zum Schatz. Als der gefunden wurde,  konnte man das Jubeln wahrscheinlich bis zum Nachbarcamp hören! Zurück im Camp warteten auch schon die Gäste. Beim Konzert wurde gesungen und auf der Geige und dem Klavier gespielt. Nach dem gemeinsamen Grillen wurde der Zeichentrickfilm gezeigt und Geschenke an die Kinder verteilt. Getanzt wurde dann bis in die späten Abendstunden.

 

 

Und schon hieß es Abschied nehmen. In der gemeinsam verbrachten Zeit haben die Kinder viel erlebt und gelernt. Sie sahen neue Städte und eine völlig andere Kultur. Beim Yoga konnten sie in sich gehen und eins mit ihrer Umgebung werden. In den Musik-Workshops lernten sie, wie sie der Welt mit ihrer Stimme und ihrem Talent einen neuen Anstrich verpassen können. Jeder Tag brachte neue, wundervolle Erfahrungen mit sich. Mithilfe von Musik und Kunst konnten die Kinder ihre tiefsten Emotionen ausdrücken, die sie so nicht in Worte fassen können. Im Camp konnten sie eine Auszeit vom Krieg nehmen und einfach sie selbst sein.

Sie wären gerne länger geblieben, aber wie sagt man so schön? Alles hat irgendwann ein Ende, und es bleibt nur das Gute.

Unser Endbericht entstand auf Basis des Tagebuchs von Sascha Karpets (eine unseren Schützlingen aus dem Sommercamp)

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Herzlichen Dank an alle unsere Gäste, die uns bei den Ausflügen begleitet haben.

Besonderer Dank an Peter Tiede, Gerald Praschl, Clara Geywitz, Riha-Wesergold, den Sozialabgeordneten der Stadt Potsdam Herr Müller.

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